Gedenkstättenfahrt

Neuer fester Bestandteil unseres Schulprogramms

Man muss Partei ergreifen. Neutralität hilft dem Unterdrücker, niemals dem Opfer, Stillschweigen bestärkt den Peiniger, niemals den Gepeinigten.“  (Elie Wiesel, 1928-2016, Überlebender der Shoah und Friedensnobelpreisträger)

Vom 06.02. - 10.02.2017 nahmen 40 Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs freiwillig (!!) an einer von ihren Sozialwissenschaftlehrern Tatjana Buchwald (Jahrgangsstufenleiterin) und Rainer Schollas (Schulleiter) initiierten und organisierten Gedenkstättenfahrt teil und kehrten mit Eindrücken zurück, die sie wohl ihr Leben lang nicht mehr vergessen werden. 

Stationen der seit diesem Schuljahr auch im Schulprogramm der „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage“ verankerten Gedenkstättenfahrt waren das Haus der Wannseekonferenz in Berlin, Krakau mit dem ehemaligen jüdischen Ghetto und Schindlers Fabrik und die Vernichtungslager Auschwitz I und Auschwitz-Birkenau.

Gedenkstttenfahrt 2017 I
(Foto: privat)

In Auschwitz, der ersten Station der Fahrt, machte sich bei Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften angesichts der unvorstellbaren Unmenschlichkeit und des unmenschlichen Grauens sehr schnell ein Gefühl des Schreckens, der Fassungslosigkeit, der Sprachlosigkeit, der tiefen Betroffenheit und Abscheu breit, das auch in den nächsten Tagen nicht weichen konnte.

Gedenkstttenfahrt 2017 VIII
(Foto: privat)

In Krakau wurden die Schülerinnen und Schüler dann mit dem Leben im damaligen jüdischen Ghetto konfrontiert.

Gedenkstttenfahrt 2017 IV
(Foto: privat)

Abschließend, im Haus der Wannseekonferenz, wurde noch einmal deutlich, mit welcher menschenverachtenden Grausamkeit und Kaltblütigkeit die Vernichtung der europäischen Juden von Nazi-Schergen organisiert worden war.

Gedenkstttenfahrt 2017 V
(Foto: privat)

Einig waren sich alle Reisenden, dass diese in der Geschichte der Menschheit einmaligen Verbrechen sich niemals wiederholen dürfen.

Dennoch war es eine Fahrt, die auch eines machte: Mut!!

Denn es gibt wieder jüdisches Leben in Krakau, es gibt ein pulsierendes „Jüdisches Viertel“ und Synagogen als Orte jüdischen Glaubens. Und auch in vielen Städten Deutschlands gibt es wieder jüdisches Leben.

Und es gibt Menschen wie Oskar Schindler, die ihr Leben riskiert haben, um das Leben anderer zu retten. „Wer auch nur ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt.“ (Mischna, Sanhedrin 4:5) Für sein Wirken erhielt Schindler die Auszeichnung "Gerechter unter den Völkern".

Ein gemeinsames Fazit zogen alle Schülerinnen und Schüler zusammen mit ihren Lehrkräften: Es darf nie wieder Platz für faschistische, nationalsozialistische, rassistische, antisemitische Parolen und Gedanken in unserer Gesellschaft und nirgendwo auf der Welt geben.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gedenkstättenfahrt werden in unserer Schule als Multiplikatoren in den neunten Klassen agieren, in denen das Thema Nationalsozialismus laut Lehrplan im Fach Gesellschaftslehre behandelt wird. Sie können dort über Orte der schrecklichsten Verbrechen der Menschheit berichten, denn "jeder, der einem Zeugen zuhört, wird selbst zum Zeugen werden." Die Worte von Elie Wiesel gelten heute mehr denn je.

Gedenkstttenfahrt 2017 VI
(Foto: privat)

Für Tatjana Buchwald und Rainer Schollas als betreuende Lehrkräfte ist eines absolut wichtig: Demokratische Bildung und eine gelebte Erinnerungskultur müssen zu Hauptanliegen aller Schulen werden: "Die Forderung, daß Auschwitz nicht noch einmal sei, ist die allererste an Erziehung." (Theodor W. Adorno) Und noch etwas ist nochmals deutlich geworden: Es stimmt einfach nicht, dass junge Menschen sich nicht mit den Verbrechen der nationalsozialistischen Zeit auseinandersetzen wollen. Im Gegenteil: Es besteht ein großes Interesse, ein Bedürfnis, aus der Geschichte im Sinne Adornos zu lernen: Auschwitz darf sich nie wieder wiederholen!

Gedenkstttenfahrt 2017 VII
(Foto: privat)

Die Gedenkstättenfahrt ist auf Beschluss der Schulkonferenz im Dezember 2016 von nun an fester Bestandteil des Fahrtenprogramms in der gymnasialen Oberstufe!

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